Kategorie-Archiv: Typografie

TeX-Weihnachtsbaum

 Quelle und kompiliertes Ergebnis: http://tex.stackexchange.com/a/39211

documentclass[11pt]{scrartcl} 
usepackage[dvipsnames,svgnames]{xcolor}  
usepackage{tikz}
usetikzlibrary{%
  shapes,
  decorations.shapes,
  decorations.fractals,
  decorations.markings,
  shadows
}

newsavebox{mycandle}
savebox{mycandle}{ 
begin{tikzpicture}[scale=.1]
shade[top color=yellow,bottom color=red] (0,0) .. 
controls (1,.2) and (1,.5) .. (0,2) .. controls (-1,.5)  and  (-1,.2) .. (0,0);
fill[yellow!90!black] (.8,0) rectangle (-.8,-5); 
end{tikzpicture} } 

tikzset{
  paint/.style={draw=#1!50!black, fill=#1!50},
  my star/.style={decorate,decoration={shape backgrounds,shape=star},
                  star points=#1}
}  

begin{document}
  begin{tikzpicture}[  ball red/.style={
    decorate,
    decoration={
      markings,
      mark=between positions .2 and 1 step 3cm
      with
      {
        pgfmathsetmacro{sz}{2 + .5 * rand}
        path[shading=ball,ball color=red] (0,0) circle[radius=sz mm];
      }
    }
  } ,ball blue/.style={
    decorate,
    decoration={
      markings,
      mark=between positions 0.1 and .9 step 3cm
      with
      {
        pgfmathsetmacro{sz}{2 + .5 * rand}
        path[shading=ball,ball color=blue] (0,0) circle[radius=sz mm];
      }
    }
  }   
]

draw[fill=Maroon,ultra thick] 
      (.75,-1)  ..  controls (.5,.5)  and   (.5,3)    .. (0.5,4) 
   -- (-0.5,4)  ..  controls (-.5,3) and (-.5,.5)     .. (-.75,-1) ;
shade[ultra thick, top color=green!90!black,bottom color=green!10!black] 
      (0,10) .. controls  (0,8)     and   (1,7)    .. (1.5,7) 
             ..  controls (1,7)     and   (1,7)    .. (0.5,7.25) 
             ..  controls (1.5,5)   and   (2.5,4)  .. (3,4)
             ..  controls (2,4)     and   (1.25,4) .. (1,4.5)
             ..  controls (2,2)     and   (3.5,2)  .. (4,2)
             ..  controls (1,1)     and   (-1,1)   .. (-4,2) 
             ..  controls (-3.5,2)  and   (-2,2)   .. (-1,4.5)
             ..  controls (-1.25,4) and   (-2,4)   .. (-3,4) 
             ..  controls (-2.5,4)  and   (-1.5,5) .. (-0.5,7.25) 
             ..  controls  (-1,7)   and   (-1,7)   .. (-1.5,7)
             ..  controls  (-1,7)   and   (0,8)    .. (0,10)
              ;

foreach candle in {(2,5),(-2,5),(0.5,7.5),(-0.5,7.5),(-3,2.5), (3,2.5),
                    (1.5,1.75),(-1.5,1.75)}
node at candle {usebox{mycandle}} ; 
node [star, star point height=.5cm, minimum size=.5cm,draw,fill=yellow,thick]
      at (0,10) {};
begin{scope}[decoration={shape sep=.2cm, shape size=.25cm}] 
    draw [my star=6, paint=red]  (-4,2)
             ..  controls (0,2)     and   (1,3.5)   .. (1,4.40); 
    draw [my star=6, paint=red]  (-1.5,5.40)
             ..  controls (0,5.40)     and   (0.5,6.5)      .. (0.5,7);  
    draw [my star=6, paint=blue]  (4,2)
             ..  controls  (0,2) and (-1,3.5)      .. (-1,4.40);             
    draw [my star=6, paint=blue]  (1.5,5.40)
             ..  controls (0,5.40)     and   (-0.5,6.5)      .. (-0.5,7);     
end{scope} 
% the balls
path[ball red] 
      (0,10) .. controls  (0,8)     and   (1,7)    .. (1.5,7) 
             ..  controls (1,7)     and   (1,7)    .. (0.5,7.25) 
             ..  controls (1.5,5)   and   (2.5,4)  .. (3,4)
             ..  controls (2,4)     and   (1.25,4) .. (1,4.5)
             ..  controls (2,2)     and   (3.5,2)  .. (4,2)
             ..  controls (1,1)     and   (-1,1)   .. (-4,2) 
             ..  controls (-3.5,2)  and   (-2,2)   .. (-1,4.5)
             ..  controls (-1.25,4) and   (-2,4)   .. (-3,4) 
             ..  controls (-2.5,4)  and   (-1.5,5) .. (-0.5,7.25) 
             ..  controls  (-1,7)   and   (-1,7)   .. (-1.5,7)
             ..  controls  (-1,7)   and   (0,8)    .. (0,10)
              ; 
path[ball blue] 
      (0,10) .. controls  (0,8)     and   (1,7)    .. (1.5,7) 
             ..  controls (1,7)     and   (1,7)    .. (0.5,7.25) 
             ..  controls (1.5,5)   and   (2.5,4)  .. (3,4)
             ..  controls (2,4)     and   (1.25,4) .. (1,4.5)
             ..  controls (2,2)     and   (3.5,2)  .. (4,2)
             ..  controls (1,1)     and   (-1,1)   .. (-4,2) 
             ..  controls (-3.5,2)  and   (-2,2)   .. (-1,4.5)
             ..  controls (-1.25,4) and   (-2,4)   .. (-3,4) 
             ..  controls (-2.5,4)  and   (-1.5,5) .. (-0.5,7.25) 
             ..  controls  (-1,7)   and   (-1,7)   .. (-1.5,7)
             ..  controls  (-1,7)   and   (0,8)    .. (0,10)
              ; 
 % the snow
foreach i in {0.5,0.6,...,1.6}
     fill [white!80!blue,decoration=Koch snowflake,opacity=.9]
           [shift={(rand*5,rnd*8)},scale=i]
           [double copy shadow={opacity=0.2,shadow xshift=0pt,
           shadow yshift=3*i pt,fill=white,draw=none}]
        decorate {
          decorate {
            decorate {
              (0,0) -- ++(60:1) -- ++(-60:1) -- cycle
            }
          }
        };                  
end{tikzpicture}

end{document} 

					

Online-Ausgabe der „TeXnischen Komödie“

logo-latex-300x124Gute Nachrichten für alle LaTeXer: Die „TeXnische Komödie“ ist nun bereits ein Jahr nach Erscheinen im Netz frei verfügbar. Zuvor war dies erst nach Ablauf von drei Jahren möglich.

Die „TeXnische Komödie“ (allein der ungemein tiefsinnige Titel verdient Beachtung!) ist die Vereinszeitschrift der Deutschsprachigen Anwendervereinigung TeX e. V. (DANTE). Sie ist für den Anwender vor allem aufgrund der hervorragend verfassten Artikel zur praktischen Anwendung des Schriftsatzsystems interessant.

Vereinsmitglieder erhalten die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift frei Haus und profitieren von weiteren Angeboten – ein Grund, über die Mitgliedschaft in DANTE nachzudenken.

(via TeX & Friends)

TeX Live 2009 in Ubuntu 9.10 mit biblatex installieren

LaTeX-User dürften an der aktuellen Ubuntu-Version 9.10 zunächst keine recht Freude haben. Denn die Installation des Textverarbeitungsprogramms TeX Live über die Paketverwaltung bringt lediglich die 2007er-Version auf die Festplatte. Dies ist umso ärgerlicher, als in Debian testing/stable bereits die 2009er-Version enthalten ist.

Da es bis zum Erscheinen von Lucid Lynx (Ubuntu 10.04) mit TeX Live 2009 noch einige Wochen dauert und einzelne Pakete in TeX Live 2007 doch schon recht alt sind, musste TeX Live 2009 her. Gleichzeitig sollte die aktuelle Version des Bibliografie-Paketes biblatex (erklärt in der TeXnischen Komödie von Dominik Wassenhoven) installiert werden. Wie also vorgehen?

Installationen an der Paketverwaltung vorbei gefährden häufig die Stabilität des Systems. Im aktuellen Fall kommt hinzu, dass TeX-bezogene Programme, die nachträglich über die Paketverwaltung installiert werden, im Zusammenhang mit TeX Live 2009 Probleme bereiten können. Dies kann aber vermieden werden, wenn eine bestimmte Installationsreihenfolge eingehalten wird.

1. Installation von TeX Live 2007

Zunächst ist TeX Live 2007 ber die Paketverwaltung zu installieren:

sudo apt-get install texlive-full

Dies bringt das volle TeX Live auf den Rechner. Aktiv genutzt wird das Programm bei unserem Projekt hier zwar nicht, es sorgt aber am Anfang für die korrekten Abhängigkeiten.

2. Installation weiterer TeX-Programme

Hier ist vor allem an die Editoren zu denken: Emacs mit Erweiterung AUCTex, Texmaker (die beste Alternative zu Emacs) oder das gedit LaTeX Plugin.

3. Installation von TeX Live 2009

Beim hier beschriebenen Weg müssen zuvor die Pakete xz-utils  und perl-tk über die Paketverwaltung installiert werden:

sudo apt-get install xz-utils perl-tk

Im Terminal werden folgende Befehle ausgeführt, die die Installationsdatei herunterladen (vorsicht, 1.4 GB!), entpacken, einbinden und schließlich die grafische Installation starten:

wget ftp://ftp.tu-chemnitz.de/pub/tex/systems/texlive/Images/texlive2009.iso.xz
xzdec -cd texlive2009.iso.xz > tl2009.iso
sudo mount -o loop tl2009.iso /mnt/
cd /mnt/
sudo ./install-tl -gui

Alternativ könnte der letzte Befehl als

sudo ./install-tl

ausgeführt werden, der die Installation ohne grafische Oberfläche starten würde.

Hat man die grafische Variante (-gui) gewählt, wird man durch die nötigen Schritte geführt:

TexLive Install Gui

Die Mehrzahl der voreingestellten Optionen kann übernommen werden. Besonderes Augenmerk ist aber zur richten auf:

  • Paketgruppen der Sprach-Pakete: Wer Platz sparen möchte, kann sich hier beschränken.
  • Symbolische Links in Systemverzeichnissen: Es ist nicht zwingend erforderlich, diese Option auf „Ja“ zu setzen, da auch im Nachhinein die Pfade manuell angepasst werden können; ein Aktivieren an diesem Punkt der Installation ist aber komfortabler.

Nun kann die Installation von TeX Live 2009 gestartet werden. Der Installationsprozess wird sowohl in einem eigenen Fenster als auch im Terminal dokumentiert:

TexLive Installation Ubuntu

4. Aktuelle Biblatex -Version installieren

Weiter geht es mit der Installation der aktuellen biblatex-Version, denn auch hier bietet die Paketverwaltung nur eine veraltete Version an. Übrigens nicht zu verwechseln mit dem von Dominik angebotenen biblatex-dw, das er für seine Bedürfnisse als Historiker angepasst hat.

Zur Installation gibt auch – wie könnte es anders sein – die readme.txt Auskunft.

1. biblatex herunterladen.

2. Archiv entpacken.

unzip biblatex.zip

Das entpackte Archiv enthält drei Ordner (bibtex, doc, latex) sowie einzelne Dateien, die im Folgenden an die richtigen Stellen in TeX Live 2009 kopiert werden müssen. Da das Ganze nicht automatisiert ablaufen kann, ist hier Konzentration gefragt.

3. Zunächst ist zu prüfen, wo TeX Live installiert worden ist. In unserem Beispiel ist das /usr/local/texlive/2009 (vgl. das erste Bild oben, „TEXDIR“). Für nachträglich installierte Programme ist der Ort TEXMFLOCAL wichtig, der unter /usr/local/texlive/texmf-local liegt (vgl. ebenso erstes Bild oben).

4. Ab jetzt werden Administratorenrechte verlangt. Die etwas unfeine aber effektive Methode, diese im Dateibrowser zu erlangen, geschieht mit

gksudo nautilus

5. Gemäß der readme.txt müssen wir unter usr/local/texlive/texmf-local/tex/latex einen Ordner „biblatex“ erstellen. In diesen Ordner hinein werden die Einzeldateien aus dem heruntergeladenen und enpackten biblatex-Ordner kopiert, also die Unterordner bbx, cbx, lbx und verschiedene Einzeldateien auf gleicher Ebene.

6. Alle Dateien aus dem heruntergeladenen Ordner bibtex/bst werden kopiert in den zu erstellenden Ordner usr/local/texlive/texmf-local/bibtex/bst/biblatex.

7. Die Dateien aus dem heruntergeladenen Ordner bibtex/bib werden kopiert in den zu erstellenden Ordner usr/local/texlive/texmf-local/bibtex/bib/biblatex.

8. Wer es ganz korrekt durchführen will, kann auch noch die Dokumentation an die richtige Stelle kopieren, siehe readme.txt.

8. Zuletzt werden die file hash tables aktualisiert:

sudo texhash

5. TeX Live 2009 aktuell halten

Über die Konsole kann mit

tlmgr

bzw. für die grafische Variante

tlmgr gui

der Tex Live-Manager gestartet werden, der die Möglichkeiten zum Update einzelner Pakete bietet. Er gibt zudem die Installationsorte an und ermöglicht das Enfernen der gesamten TeX Live 2009-Installation.

TexLive Manager Ubuntu

6. Ausblick

Die Implementierung von LaTeX im aktuellen (Februar 2010) Karmic Koala von Ubuntu lässt noch viele Wünsche offen. Fast könnte man von einer verkehrten Welt reden, wenn Windows in Installation und Update einer aktuellen LaTeX-Distribution komfortabler ist. Da aber – wie oben bereits erwähnt – Debian unstable/testing mit TeX Live 2009 daherkommt, dürfte aller Voraussicht nach Lucid Lynx eine wesentliche Verbesserung darstellen. Zugleich bietet der erstmals in der 2009er-Version vorhandene TeX Live-Manager die Möglichkeit, die lokalen Pakete akteull zu halten. Damit wäre auch das Problem von Abhängigkeiten behoben, die derzeit noch ein Austricksen der Paketverwaltung über Dummy-Pakete erforderlich machen (gut beschrieben auf der Website der Fachschaft Geoinformatik der Uni Münster).

Typografische Anführungszeichen unter Gnome

Typografisch korrekte „Anführungszeichen“ gehören zum »guten Stil«, auch im Web. Viel zu häufig jedoch gelangt man in modernen Content-Mangagement-Systemen nur schwer zur Umsetzung dieser Forderung.

Während es für WordPress Plugins gibt, die das Problem auf einfache Art und Weise beheben, hängt Drupal (zumindest noch in Version 6) hinterher. Sicher, man könnte umständliche Wege gehen und den Editor der Wahl entsprechend konfigurieren.

Es handelt sich aber nicht um ein Problem von Drupal, sondern um eines der Zeichenkodierung.

Üblicherweise wird an dieser Stelle auf die Verwendung der direkten Eingabe über einen Code auf der Nummerntastatur bei gedrückter ALT-Taste verwiesen. Möglich ist dies allerdings nur auf Windows-Systemen mit der Windows-1252-Kodierung. Das deutsche Anführungszeichen wird also eingegeben über ALT + 0132 (auf der Nummerntastatur), das Abführungszeichen über ALT + 0147.

Einfacher hat es der Nutzer, der auf einem GNOME-System wie Ubuntu unterwegs ist. Statt umständlicher Zahl- und Ziffernkombinationen werden die Anführungszeichen wie folgt gesetzt:

„      – Alt Gr + v (deutsch öffnend)

“      – Alt Gr + b (deutsch schließend)

Auf direktem Wege sind außerdem zu setzen:

»     – Alt Gr + y (deutsch öffnend bzw. französisch schließend)

«     – Alt Gr + x (deutsch schließend bzw. französisch öffnend)

”     – Alt Gr + n (englisch schließend)

Hörtipp: Chaosradio Express 127 – Tex und LaTeX

Logo LaTeXAuf diese Sendung hatten viele Hörer schon lange gewartet. Nun ist es endlich geschehen: Tim redet im Chaosradio Express Folge 127 über TeX und LaTeX, nach Meinung der Fachleute einem der besten Textsatzsysteme.

Sein Gesprächspartner ist Joachim Schrod. Schrod gilt als guter Kenner der Szene und ist einer der Mitbegründer der „Deutschsprachigen Anwendervereinigung für TeX e. V (DANTE)“. Er erklärt, was es mit TeX und LaTeX auf sich hat und welche Anwendungsmöglichkeiten sich bieten. Im Blog von Chaosradio Express besteht die Möglichkeit, Kommentare zur Sendung zu hinterlassen – wovon inzwischen reichlich Gebrauch gemacht worden ist.

In der Ankündigung heißt es:

Der Wunsch, ein Buch digital in perfektem Satz zu publizieren hat Donald Knuth Ende der Siebziger Jahre dazu bewegt, ein Satzprogramm zu erschaffen, dass auch Jahrzehnte nach seiner Fertigstellung noch das Nonplusultra des digitalen Schriftsatzes darstellt. In der Folge ist um diesen „Satzkernel“ herum eine mächtige Infrastruktur von Makropaketen und sonstigen Hilfsmitteln entstanden, die TeX zu einem mächtigen Werkzeugen machen. Im Gespräch mit Tim Pritlove erzählt Joachim Schrod über den historischen Ursprung von TeX und seinen technischen Aufbau. Zur Sprache kommen unter anderem die Person Donald Knuth und sein Perfektionismus, das Prinzip der TeX-Makrosprache, warum digitale Gummibänder der Schlüssel zum Schriftsatz sind, TeX und Schriftarten, die Funktionalität von LaTeX, sonstige TeX-Werkzeuge und Editoren und Stammtische und Konferenzen.

Hier der Download der Datei.

Über die inflationäre Verwendung der Schriftart „Comic Sans“

„Comic Sans MS ist eine handschriftähnliche Grotesk-Schriftart, die in zwei Schriftschnitten […] existiert“ – klingt doch recht professionell, was Wikipedia da über die Comic Sans MS schreibt. Oder hier die Aussage von Microsoft: „Comic Sans is the groovy script font […] although it might be seen as a novelty typeface, which is great for titles, it’s also extremely readable on-screen at small sizes, making it a useful text face.“

Wer  die Augen offen hält, wird die 1994 von Vincent Connare entwickelte Schriftart in nicht wenigen Dokumenten entdecken. Die Meinung gehen weit auseinander. Im Web gibt es sogar Initiativen, die Comic Sans aus den Windows-Distributionen verbannen möchten. Prominent ist hier bancomicsans.com.

Dennoch, bevor man sich auf Vincent Connare als den Übeltäter einschießt, lohnt eine Beschäftigung mit der Geschichte der Schriftart: Im März 1995 wurde „Microsoft Bob“ entwickelt. MS Bob wollte die recht spartanische Oberfläche des damals aktuellen Windows 3.1 aufpeppen. Dem Anwender wurde ein Zimmer gezeigt, in dem er mit der Maus auf verschiedene Symbole klicken konnte, die dann die entsprechenden Programme starteten. Bilder davon gibt es hier und hier. Eine kleine Figur am unteren rechten Bildschirmrand führte als Assistent durch das Zimmer. Connare, der an der Entwicklung von MS Bob beteiligt war, störte sich daran, dass in den Sprechblasen des Hundes die Schriftart Times New Roman verwendet worden war. Connare schreibt:

Comic Sans was NOT designed as a typeface but as a solution to a problem with the often overlooked part of a computer program’s interface, the typeface used to communicate the message. There was no intention to include the font in other applications other than those designed for children when I designed Comic Sans. The inspiration came at the shock of seeing Times New Roman used in an inappropriate way.

Comic Sans from Anita Brown on Vimeo.