Kategorie-Archiv: Regional

Die Kleinlokomotive Ks 4071 am Bahnhof Limburg

Die Akkumulator-Kleinlokomotive Ks 4071 („Kleinlok mit Speicher“) wurde im Jahr 1932 von der „Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft“ (AEG) gebaut. 1970 wurde sie – zu diesem Zeitpunkt in München im Dienst – ausgemustert, nach Limburg überführt und 1986 als Denkmal vor dem Ausbesserungswerk Limburg aufgestellt.

2009 hat sie ihren prominenten Platz in der Mitte eines Verkehrskreisels in Bahnhofsnähe erhalten. Dort erinnert sie an das traditionsreiche Eisenbahnausbesserungswerk Limburg, das für die Instandhaltung aller dieser Lokomotivtypen zuständig war.

Weitere Informationen zur Lok bei: Deutsche Kleinloks, Rodrigo H. Gebhard, Bahnbilder.de und Merte.de.

Ebenfalls lesenswert: Bahnwerk Limburg und Christoph Königs Website „Lahnbahn“.

Das Limburger Domgeläut – ein Blick in den Südturm

Zwei relativ neue Youtube-Videos zeigen, was die Limburger sonst nur hören, nicht aber sehen können: die Glocken des Hohen Domes. Nutzer „GlockenHZ“ hat, unterstützt von einem fachkundigen Glockenexperten, zwei schöne Innenaufnahmen aus der Glockenstube gemacht.

Neun Glocken beherbergen die beiden Türme. Sieben der Glocken bilden das Hauptgeläut und hängen im Südturm, zwei weitere Glocken aus dem 13. bzw. 15. Jahrhundert sind im Nordturm untergebracht. Das Vollgeläut erklang außer der Reihe zuletzt aus Anlass des Amtsverzichtes von Papst Benedikt XVI. im Februar 2013. Einen Mitschnitt dazu mit weiteren Erläuterungen gibt es auf diesem Blog.

Teilgeläut (1, 2, 5–7):

Georgslocke (1):

Twittagessen in Limburg im Juli/August 2013

Diesmal war es @vtaktuell, der die Sache in die Hand genommen hat (besten Dank dafür!):

Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden. Anmeldungen (und bitte ebenso Abmeldungen) über die Doodle-Liste:

http://www.doodle.com/zapmeksbqx7m9v9d

Auch von meiner Seite eine herzliche Einladung zum digital-realen „Stammtisch“, den es in dieser Form bereits seit über zwei Jahren gibt.

 

Edit 24.07.2013:

Der Termin ist festgelegt: Freitag, 9. August 2013, um 19:30 Uhr im C’est la Vie in Limburg, Sackgasse 18.

Hörtipp: hr 2 kultur Wissenswert – Gedenkstätte Hadamar

2013-06-Gedenkstaette-HadamarDer Hessische Rundfunk hat in seiner Hörfunkreihe „Wissenswert“ über die Gedenkstätte Hadamar berichtet.

In der ehemaligen „Heil- und Pflegeanstalt“ auf dem Möchberg wurden in den Jahren 1941 bis 1945 knapp 15.000 Menschen im Rahmen der T4-Aktion systematisch getötet. 4.000 Leichname wurden innerhalb von drei Jahren auf dem angrenzenden „Anstaltsfriedhof“ bestattet.

Heute befindet sich auf dem Gelände eine Gedenkstätte in Trägerschaft des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.

Die Sendung kann beim Hessischen Rundfunk als mp3-Datei heruntergeladen werden, ein Manuskript ist vorhanden.

Foto: Volker Thies,  Lizenz:  CC BY-SA 3.0

Umsiedlungen und verlassene Dörfer rund um Garzweiler

Im Norden des Rheinischen Braunkohlereviers liegt der Tagebau Garzweiler II. 1,3 Milliarden Tonnen fossiler Brennstoff lagern dort. Bis zum Jahr 2045 will die RWE Power AG jährlich 40 Millionen Tonnen abbauen.

Der Tagebau ist nach dem Dorf Garzweiler benannt, das Anfang der 1990er-Jahre abgebaggert wurde. Wie Garzweiler ergeht es zahlreichen Ortschaften, die sich auf dem insgesamt 48 qkm großen Abbaugebiet befinden. Über ein Dutzend Dörfer sind bereits verschwunden. 7.600 Menschen müssen von ihrer Heimat für immer Abschied nehmen und sich mithilfe der Entschädigungen von RWE Power eine neue Existenz aufbauen (hier ein Beispiel aus dem Braunkohletagebau Hambach).

Alles verschwindet: Häuser, Denkmäler, Kirchen, Friedhöfe.

In den westlich gelegenen Ortschaften des künftigen Abbaugebietes (Kuckum, Ober-/Unterwestrich, Keyenberg, Berverath und Holzweiler) ist vom nahenden Ende noch nicht allzu viel zu sehen. Erst um das Jahr 2026/2027 soll die „bergbauliche Inanspruchnahme“ erfolgen.

Weiter östlich hat die Umsiedlung dagegen bereits begonnen. Borschemich, Lützerath und Immerath sind inzwischen fast vollständig verlassen. Nur einige Landwirte leben und arbeiten noch in ihren teils jahrhundertealten Hofgütern. Sie trifft die Umsiedlung besonders hart. Die restlichen Dorfbewohner werden von einem Sicherheitsdienst bewacht. Autos mit fremdem Kennzeichen erwecken Misstrauen. Metalldiebe haben schon mehr als einmal zugschlagen.

Rings herum das gleiche Bild: menschenleere Straßen und verlassene Häuser. Heruntergelassene Rollländen zeugen davon, dass die Bewohner erst vor Kurzem ausgezogen sind. Manchmal lassen auch die Anschriften der Sternsinger erahnen, wann die Häuser zuletzt bewohnt waren. Andernorts sind die Haustüren und Fenster inzwischen mit Beton verfüllt. Der sicherste Schutz gegen Vandalismus. Überall verwildernde die Gärten.

Eindrücke von Orten, die es bald nicht mehr geben wird, Zeugnisse der Devastierung:

(falls sich die Galerie nicht öffnet: hier der direkte Link zum Flickr-Album)

2013-04-20 Rheinisches Braunkohlerevier