Kategorie-Archiv: Kirche

Abriss der kath. Kirche St. Martinus in Borschemich

Schon mehrfach hatte ich an dieser Stelle über den Abriss von Dörfern berichtet, die im Rheinischen Braunkohlerevier Platz für die fortschreitenden Tagebaue machen müssen.

Borschemich ist eine der Ortschaften, die im Abbaugebiet des Tagebaus Garzweiler II liegen. Bis ins Jahr 898 kann das Dorf seine Geschichte zurückverfolgen – nun ist es tot. Seine ehemaligen Einwohner sind überwiegend in das zehn Kilometer entfernte, von RWE Power errichtete Borschemich (neu) gezogen.

Alle drei Wahrzeichen des alten Dorfes sind inzwischen „zurückgebaut“: die alte Linde am Ortseingang, das „Haus Paland“ und nun auch die katholische Kirche St. Martinus. Letztere wurde im November 2014 in einem liturgischen Akt entwidmet.

Eindrücke vom Untergang eines Dorfes, das bald im großen Loch verschwunden sein wird.

Haus Paland im Janur 2015

Haus Paland im Janur 2015

Die kath. Kirche St. Martinus in Borschemich im April 2013

Die kath. Kirche St. Martinus in Borschemich im April 2013

Die kath. Kirche St. Martinus in Borschemich kurz vor dem Abriss im Januar 2016

Die kath. Kirche St. Martinus in Borschemich kurz vor dem Abriss im Januar 2016

Abschiednehmen am Eingangsportal der kath. Kirche St. Martinus in Borschemich (Januar 2016)

Abschiednehmen am Eingangsportal der kath. Kirche St. Martinus in Borschemich (Januar 2016)

 

Lesens- und sehenswertes aus Borschemich auch hier, hier und hier.

Orgelstimmen mit dem iPad

Orgel St. Kilian Seck, Prospekt Moderne Kirchenorgeln sind längst mehr als mechanische Instrumente. Obwohl der Trend in den vergangenen Jahren wieder zum „traditionellen“ Orgelbau ging, hat aber auch die moderne Technik Einzug in die Instrumente erhalten. Gebläsemotor, elektrische Registersteuerung und freie Kombinationen sind nicht mehr wegzudenken. Neuerdings ist die Verbindung Spieltisch–Windlade wieder neu in den Blick genommen worden; dank moderne Elektronik kann der Organist theoretisch von überall auf der Welt sein Instrument bedienen.

In den Koffern der Orgelstimmer und Intonateure finden sich dagegen überwiegend traditionelle Werkzeuge: Stimmhörner, Stimmglocken oder Stimmeisen in allen Formen und Größen.

Wie es anders geht, zeigt ein schon älterer Artikel von G. Walcker auf dem Aeolinen-Blog. Er berichtet von seiner Erfahrung, nicht ein eigenes, hochmodernes Stimmgerät, sondern das iPad samt der Cleartune-App einzusetzen. Ein lesenswerter Beitrag, denn Walcker weist nicht nur auf die App hin, sondern zeigt darüber die Schwierigkeiten auf, die allgemein beim Stimmen des Instruments auftreten können.

Digitaler liturgischer (Google-)Kalender für das Kirchenjahr 2015/2016

Liturgischer elektronischer Kalender
Das Kirchenjahr 2015/2016 steht vor der Tür, und es wurde Zeit, den von mir schon seit Jahren gepflegten digitale liturgische Kalender um die Daten der kommenden zwölf Monate zu ergänzen. Der Kalender zeigt die katholischen liturgischen Hochfeste, Feste und Gedenktage als ganztägige Ereignisse an.

Er kann über folgenden Link in die gängigen Kalenderprogramme (z. B. Google, Outlook) eingebunden werden:

https://calendar.google.com/calendar/ical/p2bf0mrtvcdqkoe7pnbvcc47r4%40group.calendar.google.com/public/basic.ics

Wichtig: Seit dem 18. November 2015 sind die XML-Feeds des Google-Kalenders nicht mehr verfügbar, lediglich der iCAL-Link funktioniert noch. Sollten die Daten für das kommende Jahr also nicht angezeigt werden, muss der Kalender über den obigen Link neu abonniert werden.

Da die Website thschoen.de gerade offline ist, verweise ich für eine Anleitung gerne auf Peter Winkeljohann, der ein ähnliches Projekt für die Kirchenprovinz Hamburg betreibt.

Lubentius auf Außentermin

2015-05-Heiliger-Lubentius-Seck-St-Kilian

Leihgabe der Skulptur des Hl. Lubentius (um 1500) aus der Kirche St. Kilian Seck an das Diözesanmuseum Limburg für die Ausstellung „Gotik im Westerwald“ (1. April bis 28. Juni 2015) .

„Die Figur des spätgotischen Lubentius und einer Elisabeth könnten – wenn sie nicht aus der abgebrannten Kirche gerettet wurden – auch zu dieser Zeit [d. h. nach 1878, Anm. TS] aus einer anderen Kirche des ehemaligen Archidiakonats nach Seck gekommen sein (die ehemalige, heute lutherische Stiftskirche von Gemünden?).“

Quelle: Katalog „Gotik im Westerwald“.
Eine Ausstellung des Diözesanmuseums Limburg,
hg. von Matthias Th. Kloft, Limburg 2015, S. 23.

Weitere Informationen zur sehenswerten Ausstellung und ein Video hier.

Liturgischer Kalender für das Kirchenjahr 2014/2015

2014-11-Liturgischer-Kalender

Das Kirchenjahr 2014/2015 steht vor der Tür, nun ist auch der digitale liturgische Kalender um die Daten der kommenden zwölf Monate ergänzt.

Über einen Link kann er in die gängigen Kalenderprogramme (z. B. Google, Outlook) eingebunden werden. Die katholischen liturgischen Hochfeste, Feste und Gedenktage zeigt er dabei als ganztägige Ereignisse an.

Weitere Informationen an dieser Stelle.

Entwidmung von St. Martinus in Borschemich

Mit dem Ende des Kirchenjahres 2013/2014 wird der Ort Borschemich Abschied von seiner Kirche nehmen müssen. Am Christkönigsfest, dem 23. November 2014, wird die katholische Kirche entwidmet werden.

2014-11-Borschemich-St.-Martinus

St. Martinus in Borschemich (alt)

Borschemich – erstmals erwähnt im Jahr 898 – ist ein Dorf im Rheinischen Braunkohlerevier zwischen Köln und Aachen. In den kommenden Jahren wird es dem fortschreitenden Braunkohletagebau Garzweiler II weichen müssen. Seit 2006 werden die Bewohner nach Borschemich (neu) umgesiedelt. 2016 soll der Abriss abgeschlossen sein. Das Wasserschloß (Haus Paland) wird ebenso weichen müssen wie das alte Kloster St. Josef aus dem Jahr 1688  (zuletzt ein Jugendhaus des Bistums Aachen) und die katholische Kirche St. Martinus mit dem sie umgebenden Park und der „Lourdesgrotte“.

Die Kirche wurde in den Jahren 1906/1907 errichtet und 1982 umfassend renoviert. Das Geläut besteht aus drei Glocken, teils mit historischem Wert. Die 1911 erbaute Klais-Orgel ist inzwischen in St. Lambertus in Erkelenz als Chororgel im Einsatz.

Bevor eine Kirche abgerissen werden kann, muss sie gemäß katholischem Kirchenrecht profaniert (entwidmet) werden. Im Gesetzbuch, dem „Codex Iuris Canonici“, heißt es dazu in Canon 1222 § 2:

„Wo andere schwerwiegende Gründe es nahelegen, eine Kirche nicht mehr zum Gottesdienst zu verwenden, kann sie der Diözesanbischof nach Anhören des Priesterrates profanem, aber nicht unwürdigem Gebrauch zurückgeben, vorausgesetzt, dass diejenigen, die rechtmäßig Rechte an der Kirche beanspruchen, zustimmen und das Heil der Seelen dadurch keinen Schaden nimmt.“

In gleicher Weise muss auch der Altar in der Kirche für profan erklärt werden (can. 1238 CIC). Die Profanierung von Kirche und Altar werden in einem eigenen liturgischen Ritus begangen.

Bilder von der Kirche haben Arne Müseler auf Garzweiler.com und Leander Schiefer auf Bilder aus Erkelenz zusammengestellt.

Eindrücke aus den Umsiedlungsorten in meinem Flickr-Stream:

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Ergänzung vom 23.11.2014: Pressebericht der RP Online.

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Ergänzung vom 30.11.2014: Beitrag der WDR-Lokalzeit Aachen vom 24.11.2014:

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Ergänzungen vom 12.12.2014:

Pressebericht der RP Online: Die Glocken und die Uhr wurden am 10. Dezember 2014 aus dem ehemaligen Gotteshaus geborgen.

Verlesen der Profanierungsurkunde des Bischofs von Aachen sowie Überführung des Allerheiligsten und sakraler Gegenstände: