Entwidmung von St. Martinus in Borschemich

Mit dem Ende des Kirchenjahres 2013/2014 wird der Ort Borschemich Abschied von seiner Kirche nehmen müssen. Am Christkönigsfest, dem 23. November 2014, wird die katholische Kirche entwidmet werden.

2014-11-Borschemich-St.-Martinus

St. Martinus in Borschemich (alt)

Borschemich – erstmals erwähnt im Jahr 898 – ist ein Dorf im Rheinischen Braunkohlerevier zwischen Köln und Aachen. In den kommenden Jahren wird es dem fortschreitenden Braunkohletagebau Garzweiler II weichen müssen. Seit 2006 werden die Bewohner nach Borschemich (neu) umgesiedelt. 2016 soll der Abriss abgeschlossen sein. Das Wasserschloß (Haus Paland) wird ebenso weichen müssen wie das alte Kloster St. Josef aus dem Jahr 1688  (zuletzt ein Jugendhaus des Bistums Aachen) und die katholische Kirche St. Martinus mit dem sie umgebenden Park und der „Lourdesgrotte“.

Die Kirche wurde in den Jahren 1906/1907 errichtet und 1982 umfassend renoviert. Das Geläut besteht aus drei Glocken, teils mit historischem Wert. Die 1911 erbaute Klais-Orgel ist inzwischen in St. Lambertus in Erkelenz als Chororgel im Einsatz.

Bevor eine Kirche abgerissen werden kann, muss sie gemäß katholischem Kirchenrecht profaniert (entwidmet) werden. Im Gesetzbuch, dem „Codex Iuris Canonici“, heißt es dazu in Canon 1222 § 2:

„Wo andere schwerwiegende Gründe es nahelegen, eine Kirche nicht mehr zum Gottesdienst zu verwenden, kann sie der Diözesanbischof nach Anhören des Priesterrates profanem, aber nicht unwürdigem Gebrauch zurückgeben, vorausgesetzt, dass diejenigen, die rechtmäßig Rechte an der Kirche beanspruchen, zustimmen und das Heil der Seelen dadurch keinen Schaden nimmt.“

In gleicher Weise muss auch der Altar in der Kirche für profan erklärt werden (can. 1238 CIC). Die Profanierung von Kirche und Altar werden in einem eigenen liturgischen Ritus begangen.

Bilder von der Kirche haben Arne Müseler auf Garzweiler.com und Leander Schiefer auf Bilder aus Erkelenz zusammengestellt.

Eindrücke aus den Umsiedlungsorten in meinem Flickr-Stream:

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Ergänzung vom 23.11.2014: Pressebericht der RP Online.

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Ergänzung vom 30.11.2014: Beitrag der WDR-Lokalzeit Aachen vom 24.11.2014:

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Ergänzungen vom 12.12.2014:

Pressebericht der RP Online: Die Glocken und die Uhr wurden am 10. Dezember 2014 aus dem ehemaligen Gotteshaus geborgen.

Verlesen der Profanierungsurkunde des Bischofs von Aachen sowie Überführung des Allerheiligsten und sakraler Gegenstände:

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