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Papst Benedikt XVI. lädt Christen zur Nutzung sozialer Netzwerke ein

Am heutigen Fest des heiligen Franz von Sales, Patron der Journalisten, wurde die von Papst Benedikt XVI. verfasste Botschaft zum 45. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel veröffentlicht.

Der Papst spricht von den Möglichkeiten, sich virtuell zu vernetzen. Er ruft dazu auf, „die neuen Kommunikationstechnologien in den Dienst des ganzheitlichen Wohls des Menschen“ zu stellen und nimmt ausdrücklich auf die sozialen Netzwerke Bezug, die „interpersonale Beziehungen“ stiften könnten.

Ihm ist durchaus bewusst, dass im Netz eigene „Sachgesetzlichkeiten“; auf kritische Fragen verzichtet er nicht: Wer ist mein Nächster im Netz? Verhalte ich mich authentisch? Ist die virtuelle Welt nur eine Fluchtwelt? Dennoch: Indem jede Mitteilung in sozialen Netzwerken immer eine Form der Selbstmitteilung des Nutzers sei, biete sich hier ein neues Feld, auf dem  der Christ Zeugnis von seinem Glauben ablegen könne.

Papst Benedikt XVI.:

„Ich möchte jedenfalls die Christen dazu einladen, sich zuversichtlich und mit verantwortungsbewußter Kreativität im Netz der Beziehungen zusammenzufinden, das das digitale Zeitalter möglich gemacht hat. Nicht bloß um den Wunsch zu stillen, präsent zu sein, sondern weil dieses Netz wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens ist.“

Schon im vergangenen Jahr hatte sich der Papst an die Priester und Seelsorger gewandt und sie aufgerufen, das Internet nicht zu vernachlässigen. Der Welttag der sozialen Kommunikationsmittel wird in Deutschland am zweiten Sonntag im September begangen.

Links der vergangenen Woche

Katholischer liturgischer Kalender für den Google-Calendar

Am 27. November steht wieder der Jahreswechsel an – zumindest katholischerseits, denn mit der 1. Vesper vom 1. Advent beginnt das Kirchenjahr 2010/2011. Die Bistümer geben dazu jährlich ihre eigenen Kalender (das sog. „Direktorium“) heraus, in dem für jeden Tag des Jahres der liturgische Charakter verzeichnet  ist.

Bislang gibt es keine Möglichkeit, diese – nach einem einfachen Muster zu errechnende – Angaben direkt in einen elektronischen Kalender einzubinden. Diese Lücke soll der von mir erstellte und betreute liturgische Kalender schließen.

Er basiert und ist erstellt in Google Calendar und gibt die katholischen liturgischen Feste und Gedenktage als ganztägige Ereignisse aus:

Katholischer Liturgischer Kalender, Direktorim

Monatsansicht des liturgischen Kalenders

Liturgischer Kalender, Direktorium

Detail der Wochenansicht des liturgischen Kalenders

Weitere Informationen und die Anleitung zum Einbinden habe ich auf meiner Website www.thschoen.de unter der Rubrik „Liturgischer Kalender/Direktorium für den Google Calendar“ bereitgestellt.

Digitales Leben im Fluss der Zeit – dem Livestream

„Woher kommt dieses Heimweh nach einem Ort, an dem wir noch nie waren, weil wir ihn nämlich nicht betreten können, außer in unserer Vorstellung? Was fasziniert uns so am Netz?“

Ein beeindruckender, zeitloser Vortrag auf der re:publica 2010 von Peter Glaser. Glaser redet von der psychischen Belastung, die das Ausschalten mit sich bringt und von der neuen Unordnung, die nicht mehr nur Zettel, sondern zugleich Dokumente, Videos und ganze Diskurse durcheinanderwirft. Denn letztlich gilt: Nicht das Netz ist es, was lebt – wir sind es, die im Netz leben.

Eine technikphilosophische Betrachtung über den achten Kontinent, anzuschauen im unten eingebundenen Video, nachzulesen auf dem Blog von Peter Glaser.

Benefiz-Veranstaltung mit Lars Reichow zugunsten der Klosterruine Seligenstatt (Seck)

Am 15. November 2010 gastiert der Kabarettist Lars Reichow mit seinem Programm „Unterhaltungskanzler“ in der Westerwaldhalle Rennerod. Der Erlös der Veranstaltung ist zugunsten des Fördervereins „Kloster Seligenstatt“ bestimmt, der sich um den Erhalt der Klosterruine „Seligenstatt“ am Rande von Seck bemüht.

Die unscheinbaren Reste lassen nur schwer auf die Bedeutung schließen, die dieser geistliche Ort lange Zeit hatte. Das Benediktinerinnenkloster, geweiht auf die Mutter Gottes und den Heiligen Nikolaus, wird urkundlich erstmals im Jahr 1181 von Erzbischof Arnold von Trier erwähnt. Als Stifter wird Siegfried von Runkel oder seine Familie angesehen. Seit 1215 war Seligenstatt Tochterkloster von Maria Laach. Eine dem Kloster zugeordnete Bruderschaft wird 1217 erwähnt. Zeitweise muss es wohl auch Mönche gegeben haben, die das Haus des Klosters in Limburg bewohnten (1324). Adelsfamilien des Landes schickten ihre Töchter häufig zur Versorgung nach Seck. Zahlreiche Namen sind bis heute überliefert.

Die Bedeutung des Klosters zeigt sich an seinem Grundbesitz, der im 13. und 14. Jahrhundert weit verstreut war, u. a. im Dillkreis, Kreis Gießen und Wetzlar, im Kreis Limburg, dem Oberlahnkreis und bis hinunter nach Geisenheim.

Mitte des 15. Jahrhunderts begann der Niedergang des Klosters. Der Pfarrer von Montabaur, Werner Hunt(?), übernahm die Verwaltung des Klosters. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass das berühmte Gnadenbild in Wirzenborn seinen Platz ursprünglich im Kloster in Seck hatte. Trotz zahlreicher Konflikte in der Verwaltung des Klosters (der Priester Christian Seck trug sein Anliegen bis vor die römische Kurie), muss wohl bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts noch zweimal wöchentlich ein Gottesdienst im Kloster gefeiert worden sein. Unter Reinhard von Schönberg wurden die Gebäude dann Mitte des 16. Jahrhunderts in ein reines Hofgut umgewandelt. Belegt ist, dass ab 1570 die Herren von Westerburg den Chorraum von Seligenstatt als Steinbruch verwandten – 1565 wurde Leinigen-Westerburg evangelisch. Selbst bis in die 1950er-Jahre wurde das Areal als Ackerfläche genutzt. Der Dorfchronist von Seck, Helmut Jung, sieht als Ursache für die Auflösung des Klosters vor allem die über 300 Jahre dauernde Doppelherrschaft der Herren von Runkel und der Herren von Westerburg über Seck und das Kloster an.

Heutzutage ist kaum noch etwas vom Kloster erhalten, sieht man von dem Gnadenbild ab. Im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden kann das Siegel aus dem Jahre 1234 betrachtet werden. 1591 gingen die Glocken nach Westerburg und Gemünden. Das Landschaftsmuseum Hachenburg bewahrt Scherben auf, die im Umfeld der Ruine gefunden worden sind. Der Taufstein, der viele Jahre beim Gemeindebrunnen stand, ist ebenso verschwunden. Vor Ort, etwa 200 m außerhalb von Seck Richtung Hellenhahn-Schellenberg, sind die nicht abgeräumten Mauernreste mit einer Breite von 36 m und einer Länge von 72 m zu sehen.

1990 wurde zum Erhalt der Ruinen ein Förderverein gegründet. Er hat durch Sicherungsmaßnahmen wesentlich dazu beigetragen, die Ruinen vor weiterem Verfall zu bewahren. Ihm ist auch der neue Zugang auf der Südseite zu verdanke. Dem interessierten Besucher sei die Dokumentationshütte auf dem Gelände ans Herz gelegt.

Zum Kabarettabend empfehle ich die Informationen vom WW-Kurier.

Geschichtliche Zusammenfassung aus:
Helmut Jung: Das Kloster Seligenstatt bei Seck.
In: 950 Jahre Seck, hg. von der Gemeindeverwaltung Seck 2009, 101-111.

Links der vergangenen Woche

  • Google schließt wieder einen Dienst – und niemand scheint etwas davon zu merken. So jedenfalls mein Eindruck von dem, was sich in der Blogosphäre die letzte Woche abgespielt hat. Allerdings sprach schon kurz nach Einführung des sicherlich hilfreichen Tools keiner mehr von ihm. Immerhin: Google verweist auf page2rss.com als Alternative.

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  • Lifehacker.com mit einer Übersicht der besten Android-GTD-Apps: RTM, Chrome to Phone, Google Voice Actions, mNote, Dropbox und Android Notifier. Schade, die besten Apps gibt es dann doch noch für das iPhone.

    tags: gtd android

  • Lifehacker.com mit einer Übersicht der besten iPhone-GTD-Apps: RTM, Simplenote, Chrome to iPhone, Dragon Dictation, Dropbox und diversen anderen kleinen Helferlein.

    tags: gtd iphone

  • Stephan Lists antiproduktive Hinweise, mit denen er auf einen Artikel von Brett Kelly aufmerksam macht – wieso auch nicht einmal so herum?

    tags: gtd

  • Wer den Niedergang eines erfolgreichen Webdienstes aus nächster Nähe miterleben will, sollte in den nächsten Tagen den Blog von Xmarks verfolgen. Selten ist mir so ein nützliches Tool begegnet. Vorteil für die User: Es ist kostenlos. Nachteil für das Unternehmen: Wie ein Geschäftsmodell entwickeln? Das Auf und Ab ist typisch für viele ähnliche Startups, ja sogar für die bereits Großen wie Twitter. Hoffen wir, dass zumindest die kostenpflichtige Version erhalten bleibt.

    tags: firefox tools