Parlamentarische Reden von Abgeordneten per RSS-Feeds

2011-10-rss-feed-mdbAuch wenn der Service schon länger existiert, so ist er doch eines Hinweises wert:

Der Internet-Auftritt des Deutschen Bundestages bietet für jeden Abgeordneten einen RSS-Feed an, der seine Reden enthält. Auf besonders einfache Art und Weise bleibt man so über die parlamentarische Arbeit etwa des eigenen Wahlkreisvertreters auf dem Laufenden. Ein guter Service für alle, die das Netz ohnehin als Ort politischer Meinungsbildung nutzen.

Die Website des Bundestages weist in der Kategorie „RSS-Dienste“ auf diesen Service leider nicht eigens hin. Abonniert werden kann der Feed auf der jeweiligen Profilseite des Politikers (rechte Spalte).

 

Hörtipp: Der Theologe und Psychiater Manfred Lütz über die Gesundheitsreligion

„Die Chefarztvisite ist ähnlich wie die katholische Prozession
völlig zwecklos, aber höchst sinnvoll“ (M. Lütz)

Als „Plädoyer gegen den Fitness- und Wellnesswahn“ hat der Psychiater und Theologe Manfred Lütz seinen Vortrag „Gesund und gleichzeitig krank“ in der Sendung „SWR2 Wissen: Aula“ bezeichnet. Er ist ein Plädoyer gegen die neu entstandene Gesundheitsreligion, deren Anhänger sich in den Ärzte- und Krankenhäusern (den „Kathedralen des 21. Jahrhunderts“) zusammenfinden, die als Maßstab für das eigene Leben lediglich die Ratschläge ihrer Hausärzte gelten lassen und die von „Sünde“ nur noch im Zusammenhang mit Sahnetorten sprechen.

Lütz macht mit seinen humorvollen Übertreibungen auf die ernsten Konsequenzen einer solchen Entwicklung aufmerksam: Das Leben des Gesunden ist ein Leben erster, das des (unheilbar) Kranken ein Leben zweiter Klasse.

Die Leerstelle, für die die Gesundheitsreligion selbst verantwortlich ist, versucht sie zu besetzen. Und redet von „Ganzheitlichkeit“. Mit diesem Begriff ist das Gesundheitswesen in seiner heutigen Form aber völlig überfordert.

Der Vortrag ist dennoch ein Plädoyer für das gesunde Leben, aber für ein solches, das mehr als die medizinischen Laborwerte im Blick hat. Denn: „Je mehr Krankheiten wir bekämpfen, desto mehr chronische Krankheiten kommen heraus.“ Gesundheit hängt aufs Engste zusammen mit Lebenslust. Und Lebenslust mit der Fähigkeit zu Genießen.

Welche Rolle die Altreligionen dabei spielen, kann hier nachgehört bzw. hier nachgelesen werden.

(Ein ähnlicher, aber ausführlicherer Vortrag von Lütz gibt es übrigens auch beim Domradio als Podcast.)

Kirchenmusik am 4. September 2011 in St. Kilian/Seck – Konzert mit dem Limburger Domchor

Sonntag, 4. September 2011, Kath. Pfarrkirche St. Kilian in Seck, Tag des Ewigen Gebetes für den Pastoralen Raum Rennerod

10.30 Uhr Eucharistiefeier mit Aussetzung

  • Zur Einstimmung:
    Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    Fantasia super Komm, Heiliger Geist (in organo pleno/il canto fermo nel pedale), BWV 651 (aus den „Leipziger Chorälen“)
  • Kommunion:
    Improvisation

18.00 Uhr Feierliche Schlussandacht

unter Mitwirkung des Limburger Domchores und der Kirchenchöre St. Kilian/Seck und St. Marien/Irmtraut

  • Zur Einstimmung:
    Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    Fantasia g-Moll, BWV 542
  • Schluss:
    William Lloyd Webber (1914-1982):
    Festal March Es-Dur

Im Anschluss: Konzert des Limburger Domchores und der Kirchenchöre St. Kilian/Seck und St. Marien/Irmtraut

Orgelliteratur:

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):
    Von Gott will ich nicht lassen (il canto fermo nel pedale), BWV 658 (aus den „Leipziger Chorälen“)
  • Gaston Litaize (1909- 1991):
    „Scherzo“ aus den „Douz Pieces pour Grand Orgue“

Limburger Domchor unter der Leitung von Domchordirektorin Judith Schnell

Kirchenchöre St. Kilian/Seck und St. Marien/Irmtraut unter der Leitung von Axel Kunz

Orgel: Thomas Schön, Seck/Limburg

Liturgischer Kalender um das Jahr 2011/2012 ergänzt

Ursprünglich sollten es lediglich Eintragungen für den privaten Kalender sein. Dann aber war das Interesse daran so groß, dass ich ihn als öffentlichen Kalender angelegt habe: einen liturgischen (katholischen) Google-Kalender.

Seit heute sind die liturgischen Termine für das Kirchenjahr 2011/2012 verfügbar. Das Projekt wird auf thschoen.de gepflegt, dort auch die Anleitung, wie der Kalender eingebunden werden kann.

„Wir haben hier keine bleibende Stadt …“ – Sankt Georgener Messe nun online

Die „Sankt Georgener Messe“ kann nun auf der Website der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Frankfurt online angehört und heruntergeladen werden

Anlass für die Komposition aus den Federn von Eugen Eckert (Text) und Herbert Heine (Musik) war die Weihe der Seminarkapelle des dortigen Priesterseminars am 24. April 1993. Das Schlusslied wurde in den Anhang des Limburger Diözesanteils aufgenommen und hat daher über Sankt Georgen hinaus Bekanntheit erlangt. Partitur und Einzelstimmen sind im Strube Verlag, München (Ed. 1669), erschienen.

Schön, dass diese Lieder, die in gewisser Weise Generationen von Sankt Georgener Studenten miteinander verbinden (Fürbittlied ab 0:45!), nun der Allgemeinheit zugänglich sind.

Links der vergangenen Woche

  • Es ist eine beängstigende Entwicklung: Twitter und Facebook nehmen Abschied vom RSS-Feed. Als ob dies nicht schon schlimm genug wäre – es scheint niemand davon Notiz zu nehmen. Gegenwärtig können Tweets zwar noch durch Eingabe der URL abonniert werden, aber wer weiß, wie lange noch. Durch immer geschlossenere Systeme (iTunes lässt grüßen!) werden dem Nutzer nach und nach die Möglichkeiten genommen, sich an einem Ort, an dem verschiedene Kanäle zusammenlaufen, zu informieren. Damit dürften auch Aggregationsdienste wie Friendfeed ins Straucheln kommen, die ja auf dem bewährten RSS-Standart aufsetzen. Wo bleibt der Aufstand, wo der Protest?

    tags:twitter facebook RSS

  • Nach dem Niedergang von Rivva blieb ein adäquater Nachfolger bisher aus. Virato ist ein deutscher Dienst, der ausschließlich auf Tweets, Facebook Likes und Facebook Shares setzt. Dadurch geht zwar der internationale Blick verloren, andererseits wird damit dem zurückgehenden Verlinkungsgrad in der Blogosphäre Rechnung getragen. Schade, dass der RSS-Feed fehlt.

    tags:aggregation twitter facebook trends

  • RSS-Feeds – für mich noch immer der einfachste und zuverlässigste Weg, um schnell über zahlreiche Neuigkeiten im Netz auf dem Laufenden zu bleiben. ctrlQ verspricht, die Suchmaschine schlechthin für RSS-Feeds zu sein.

    tags:rss search

  • Nach der (noch immer nicht ausgestandenen) Diskussion über die Sicherheit beim beiliebten Online-Dienst Dropbox haben sich viele Nutzer nach Alternativen umgeschaut. Die hier vorgestellte Seite gibt einen guten Überblick über eine Auswahl anderer Synchronisationsdienste im Netz.

    tags:syncing dropbox tools

  • Zindus ist ein fast unverzichtbares Tool, das die Google-Adresssammlung automatisch mit der lokalen Adresssammlung von Thunderbird abgleicht. Roman weist darauf hin, dass inzwischen auch die Bilder von Google mit der lokalen Datenbank synchronisiert werden.

    tags:thunderbird add-ons google syncing

  • Nette kleine Chrome-Extension für den Google-Reader, die verkürzte RSS-Feeds in die vollständige Länge umwandelt. Der Vorteil einer solchen Methode gegenüber dem Abonnieren eines eigenen (verlängernden) RSS-Feedes ist sicher, dass der Feed erhalten bleibt, auch wenn der dahinterstehende Dienst einmal zugrunde geht. Die über andere Devices gelesenen Feeds bleiben natürlich verkürzt.

    tags:reader rss feed

Hörtipps: Max Frisch zum 100. Geburtstag

 

2011-05-max-frisch-gedenkmuenzeAm 15. Mai 2011 wäre Max Frisch 100 Jahre alt geworden. Eine Reihe von Radiosendungen sind dem Schweizer „Identitätsschriftsteller“ gewidmet, der selbst ein Leben lang auf der Suche nach dem eigenen Lebensentwurf war.

Glücklicherweise steht ein Großteil der Produktionen inzwischen als Podcast zum Download bereit. Auf besonders hörenswerte Sendungen sei hier verwiesen:

  • Bayern 2 radiowissen: Max Frisch – Der Kampf ums Ich (Sendungsseite, mp3)
  • hr 2 Wissenswert: Ich probiere Geschichten an wie Kleider – Max Frisch zum 100. Geburtstag (Sendungsseite, mp3)
  • WDR 5 Zeitzeichen: 15. Mai 1911: Der Geburtstag des Schweizer Schriftstellers Max Frisch (Sendungsseite, mp3)

Interessant  auch die Produktion von SWR 2 Wissen, die die Themen von Frisch in die digitale Zeit zu übertragen versucht:

Bildnachweis

Ich probiere Geschichten an wie Kleider – Max Frisch zum 100. Geburtstag

Innegehalten: Die Lahntalbrücke bei Limburg

Manchmal liegt das Interessante so nahe. Eine einfache Autobahnbrücke etwa: die Lahntalbrücke in Limburg.

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Das erste Bauwerk an dieser Stelle war von beeindruckendem Ausmaß: nicht die charakterlose Spannbeton-Hohlkastenbrücke von heute, sondern eine Naturstein-Bogenbrücke mit „sakral anmutenden, aufstrebenden Säulen“. Ab Herbst 1939 rollte auf ihr der Verkehr der damaligen Reichsautobahn 21 (Frankfurt am Main – Limburg).

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Dem Bau der Brücke (Bilder davon sind hier zu sehen) war eine intensive Planung vorausgegangen. Die neu zu schaffende Lahnüberquerung sollte sich gestalterisch dem damals noch unverputzen Limburger Dom und der Alten Lahntalbrücke anpassen. Bedeutende Bauwerke der Region wurden untersucht, um ausfindig zu machen, wo deren Gestein herstammt. Von gleicher Stelle wurde dann das Material für den Brückenbau bezogen. Da für die Mittelpfeiler der Kathedralkirche in Limburg vermutlich Steine aus der Region um Goldhausen in Westerwald verwendet worden waren, reaktivierte man sogar den dort bereits stillgelegten Steinbruch.

Wie so viele Bauwerke von hoher Bedeutung für die Infrastruktur wurde auch die Lahntalbrücke im Krieg zerstört – von der deutschen Wehrmacht. So blieb dem Werk des Architekten Paul Bonatz, dem Erbauer des Stuttgarter Hauptbahnhofes, nur eine kurze Lebensdauer.

Von 1949 bis 1962 hielt eine Behelfsbrücke den Verkehrsfluss aufrecht. 1960 bis 1964 entstand das heutige Bauwerk. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau einer neuen Brücke begonnen werden. Sie wird sich in ihrer Gestaltung von der bestehenden ICE-Brücke absetzen und „überlässt dem Stadtbild mit dem Dom eine gestalterische Priorität“.

Bildnachweise: 1, 2

Ergänzung 05.09.2014: Fotografische Fundstücke vom Bau der Autobahnbrücke hat Volker Thies ins Netz gestellt.

Links der vergangenen Woche