Links aus der vergangenen Woche

Frank Rieger über die digitale Datensammlung

Am Wochenende druckte die FAZ auf der ersten Seite ihres Feuilletons einen Artikel von Frank Rieger, Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), ab: „Der Mensch wird zum Datensatz – Ein Echtzeit-Experiment

Worum es ihm geht: Immer mehr Daten werden über uns gesammelt, sowohl im staatlichen als auch privaten Bereich.

„Noch sind die verschiedenen Datenquellen einigermaßen getrennt. Das Wissen um Zugehörigkeit des Einzelnen zu den verschiedenen Schubladen, die seine Persönlichkeit aus algorithmischer Sicht ausmachen, befindet sich auf verschiedenen Computern, bei Behörden, bei Firmen […]. Der Trend geht aber zur Konsolidierung, ohne dass die Kartellbehörden auch nur ahnen, was passiert.“

An die Stelle menschlicher Ermessensräume treten, so Rieger, formalisierte Datensammel-Algorithmen. Daher seine Forderung: die Daten-Algorithmen auf „Datendünger-Diät“ setzen und eine digitale Selbstverteidigungsoffensive starten, am besten auf Basis gesetzlicher Regelungen.

Eine ähnliche Stoßrichtung zeigt auch Riegers Eröffnungsvortrag „Here Be Dragons“ auf dem 26C3. Auf der Seite zur Keynote steht er (auch als Torrent) zum Download bereit. Zwischenzeitlich sind die Videos aber auch auf Youtube verfügbar.

(Hier nur der erste der insgesamt fünf Teile.)

SchönLinks aus der vergangenen Woche (weekly)

Posted from Diigo. The rest of my favorite links are here.

Linux: Benutzerberechtigungen in der /etc/sudoers festlegen

Ghacks.net hat vor einigen Tagen in einem kurzen Post beschrieben, wie unter Linux auf einfache Weise Benutzerberechtigungen in der /etc/sudoers bearbeitet werden können. Zwar ist auch eine GUI vorhanden, die Konfiguration über Kommandozeile erscheint Jack Wallen aber vertrauenserweckender.

Mit sudo werden unter Unix oder unixartigen Betriebssystemen einzelne Benutzer ermächtigt, mit den Rechten eines anderen Nutzers (z. B. root) Prozesse auszuführen. Die Festlegung dessen geschieht mit und in der /etc/sudoers. Sie bestimmt also, welches Verhalten der Befehl sudo bei wem an den Tag legt. Die Datei kann, befindet man sich im entsprechenden Verzeichnis /etc, mit

sudo visudo

geöffnet und bearbeitet werden. Weitere Informationen sind auf www.sudo.ws zusammengetragen.

Bild: xkcd.org

Links aus der vergangenen Woche

Typografische Anführungszeichen unter Gnome

Typografisch korrekte „Anführungszeichen“ gehören zum »guten Stil«, auch im Web. Viel zu häufig jedoch gelangt man in modernen Content-Mangagement-Systemen nur schwer zur Umsetzung dieser Forderung.

Während es für WordPress Plugins gibt, die das Problem auf einfache Art und Weise beheben, hängt Drupal (zumindest noch in Version 6) hinterher. Sicher, man könnte umständliche Wege gehen und den Editor der Wahl entsprechend konfigurieren.

Es handelt sich aber nicht um ein Problem von Drupal, sondern um eines der Zeichenkodierung.

Üblicherweise wird an dieser Stelle auf die Verwendung der direkten Eingabe über einen Code auf der Nummerntastatur bei gedrückter ALT-Taste verwiesen. Möglich ist dies allerdings nur auf Windows-Systemen mit der Windows-1252-Kodierung. Das deutsche Anführungszeichen wird also eingegeben über ALT + 0132 (auf der Nummerntastatur), das Abführungszeichen über ALT + 0147.

Einfacher hat es der Nutzer, der auf einem GNOME-System wie Ubuntu unterwegs ist. Statt umständlicher Zahl- und Ziffernkombinationen werden die Anführungszeichen wie folgt gesetzt:

„      – Alt Gr + v (deutsch öffnend)

“      – Alt Gr + b (deutsch schließend)

Auf direktem Wege sind außerdem zu setzen:

»     – Alt Gr + y (deutsch öffnend bzw. französisch schließend)

«     – Alt Gr + x (deutsch schließend bzw. französisch öffnend)

”     – Alt Gr + n (englisch schließend)

Links aus der vergangenen Woche

Es geht voran auf der Westerwald-Querbahn

Westerwald-Querbahn Bahnhof Rennerod

Lange Zeit war es ruhig rund um die „IG Westerwald-Querbahn (IWQ) e. V.“. Der eingetragene Verein hat sich zum Ziel gesetzt, „dass die Strecke Westerburg – Rennerod als Infrastruktur und damit als wichtiges Zeugnis der Erschließung des Westerwaldes erhalten bleibt” – so die Aussage auf seiner Website.

Das Ziel, ÖPNV und Güterverkehr auf der Trasse neu zu beleben, hat vielerorts Kopfschütteln hervorgerufen. Unmöglich, aussichtslos, mag da manch einer gedacht haben. Aber wer die Ereignisse rund um die Brexbachtalbahn in den vergangenen Monaten verfolgt hat, weiß, dass sich persönliches Engagement und Ideenreichtum auszahlen können.

Und genau dieses Engagement vieler Helferinnen und Helfer benötigt die IG Westerwald-Querbahn derzeit. Das Jahr 2009 war – soweit es ein Außenstehender beurteilen kann – sicher kein schlechtes Jahr. Im Januar konnte die IG gegenüber der DB Netz AG ihr Interesse an der Übernahme der Strecke bekunden, im März wurde die Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1906 bei Fehl-Ritzhausen als Denkmal anerkannt, im September dann ein erstes Fahrzeug. Gegenwärtig nun wird die Strecke freigeschnitten. Der Verein ist dankbar für jede Hilfe.

Westerwald-Querbahn Bahnhof Hergenroth Westerburg

Wer Zeit hat, sollte sich auf Spurensuche zwischen den beiden Kleinstädten im Westerwald begeben. Während in Bad Marienberg nahezu alle Zeugnisse des Bahnverkehrs durch den Bau der Umgehung unwiderruflich zerstört worden sind, bietet die 1981 für den Personenverkehr und 1995 für den Güterverkehr stillgelegte Strecke Westerburg – Rennerod so manche Überraschung. Beim Spaziergang über die Trasse taucht man ein in die Zeit, in der die Westerwald-Querbahn dem oberen Westerwald größeren Wohlstand und Arbeitsplätze brachte.

Es wäre schade, wenn dieses Zeugnis der Vergangenheit ungenutzt für die Zukunft bliebe.

Links aus der vergangenen Woche