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Ehemaliges Gutshaus in Deutsch Ossig am Berzdorfer See

Altes Gutshaus in Deutsch-Ossig am Berzdorfer See

Altes Gutshaus in Deutsch-Ossig am Berzdorfer See

Im August 1986 wurde die Abbaggerung des 700 Einwohner großen und überwiegend von der Landwirtschaft geprägten Deutsch Ossig bekanntgegeben. Damit musste der Ort, wenige Kilometer südlich von Görlitz gelegen, dem Tagebau Berzdorf weichen.

Im Jahr 1946 begann die Kohlegewinnung, ab 1953 mithilfe eines Schaufelradbaggers. Deutsch Ossig ereilte damit das gleich Schicksal wie der Ort Berzdorf, der dem Tagebau den Namen gab und 1962/1965 abgebaggert  worden war. Bis zum Jahr 1997, dem Ende der Kohleförderung, wurden hier insgesamt 680 Mio. m³ Abraum bewegt und 318 Mio. t Rohkohle gefördert. 2000 ha Land wurden in Anspruch genommen.

2002 begann die Flutung des Tagebaurestloches mit 333 m³ Wasser. 2013 war der See gefüllt, seitdem wird das Ufer touristisch erschlossen.)

Überflug über verlassene Ortschaften am Rande des Braunkohletagebaus „Garzweiler II“

Mit einem Quadrokopter ist der Youtube-Nutzer Willi Rohmen über zwei Ortschaften geflogen, die es in naher Zukunft nicht mehr geben wird: Immerath und Pesch bei Erkelenz in Nordrhein-Westfalen. Entstanden sind großartige Aufnahmen mit unbekannten Einblicken.

Immerath und Pesch liegen im Norden des Rheinischen Braunkohlereviers. Sie müssen den Braunkohlebaggern weichen, die sich im Tagebau Garzweiler II immer weiter Richtung Osten durch die Landschaft fressen. 22 Ortschaften werden der Preis für die Gewinnung von 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle sein. 13 Dörfer sind bereits abgebaggert.

In Pesch stehen nur noch wenige Häuser. Die einstige Durchfahrtsstraße endet an der Abbaukante des Tagebaus. Die Vorhut des Baggers sind die Motorsägen, die ringsum die Wälder roden. Zurück bleibt eine gespenstische Mondlandschaft, über der eine eigenartige Stille liegt:

Weit über die Grenzen von Immerath hinaus bekannt ist der „Immerather Dom“, keine Kathedralkirche im eigentlichen Sinn, aber ein sehenswertes Gotteshaus, das sich majestätisch über den sterbenden Ort erhebt. Die Kirche hat traurige Berühmtheit erlangt, als sie im Oktober 2013 profaniert (entweiht) – wurde. Inzwischen sind auch die Glocken aus dem Turm geholt:

Eine Sehenswürdigkeit in Immerath ist (noch) die alte Mühle aus dem 17. Jahrhundert. Ob sie im Umsiedlungsort „Immerath (neu)“ eine Heimat finden kann, ist derzeit noch ungewiss.